Fang den Dieb!

Heute ist es wirklich einfach, Bilder im Web zu „klauen“. Einfach beim Surfen einen Rechtsklick auf das Bild und „speichern unter“ auswählen – fertig. Was du dagegen tun kannst und wie du überhaupt merkst, das dein Bild betroffen ist möchte ich dir in diesem kleinen Beitrag näher bringen.

Rechtsfreier Raum?

Für viele wird das Internet immer noch als „rechtsfreier Raum“ betrachtet. Texte und Bilder werden einfach kopiert und in eigenen Projekten oder Webseiten genutzt. Vielen ist es gar nicht bewußt, dass sie damit bereits eine Straftat begehen. Aber müssen wir Fotografen uns das Gefallenen lassen? Ich denke nicht.

Doch bevor man dagegen Maßnahmen ergreifen kann, muß man den „Diebstahl“ erstmal bemerkt haben.


Wie entdeckst du einen Diebstahl?

Natürlich kannst du das Internet selbst durchkämmen. Allerdings ist das sehr mühselig und zeitraubend. Wenn du Berufsfotograf bist, kannst du sicherlich bei deinen Auftraggebern schauen, ob deine Bilder auch nur für den Zweck genutzt werden, der vertraglich geregelt ist. Aber ich glaube, das ist auch  nicht der richtige Weg.

Als Hobbyfotograf wirst du deine Bilder wahrscheinlich nur in Communities, Sozialen Medien oder auf deiner eigenen Webseite veröffentlichen.Daher ist es fast unmöglich, das Internet selbst zu durchkämmen. Du kannst aber die Suchmaschinen dafür nutzen, wie z.B. die umgekehrte Bilderbuch von Google (images.google.de) oder TinEye (www.tineye.com). Dazu kannst du dein Bild hochladen oder du gibst einfach die URL ein, auf der dein Bild zu finden ist.

In kürzester Zeit bekommst du eine Auflistung, wo dein Bild überall zu finden ist. Allerdings kannst du pro Suche immer nur ein Bild eingeben. Wenn du allerdings die bezahlte Variante von z.B. TinEye verwendest, kannst du auch mehrere Hundert Bilder hochladen. Allerdings kostet das dann pro Monat eine gewisse Gebühr.

Ich habe das spaßeshalber mal für eine Datei gemacht und war echt erstaunt, wo überall in der Welt dieses Bild verwendet wurde!


Diebstahl entdeckt – was nun?

Du bist fündig geworden und hast ein Bild entdeckt? Wie geht es jetzt weiter? Als erstes solltest du sicherstellen, dass es sich tatsächlich um dein Bild und um einen Diebstahl handelt. Denn vielleicht ist das Bild von einem anderen in eine Stockplattform hochgeladen worden und der vermeintliche Dieb hat es dort käuflich erworben. Oder du hast die Rechte am Bild bereits irgendwo freigegeben (z.B. bei einem Fotowettbewerb). Das solltest du auf jeden Fall vorher prüfen.

Bist du dann sicher, dass es sich um einen Diebstahl handelt, schreibe den Seitenbetreiber an und fordere ihn auf, das Bild sofort offline zu nehmen. Des weiteren schickst du ihm gleich eine Rechnung mit, in dem du die bis dahin anfallenden Lizenzgebühren berechnest. Allerdings solltest du auch immer schauen, WER das Foto gestohlen hat. Ist es ein Schüler, der das Foto für einen Aufsatz in der Schule veröffentlicht hat, solltest du auf eine Rechnung verzichten. Aber klär ihn auf jeden Fall über die Rechtslage auf.

Sitzt der „Dieb“ im Ausland (außerhalb der EU) hast du als Privatperson nur sehr geringe Chancen, überhaupt etwas zu bewirken.

Wenn der Dieb nicht zahlen will

Meistens reicht der erste Kontakt schon aus, um zu einer Einigung zu kommen. Wenn der „Angeklagte“ das allerdings ablehnt, bleibt dir nur der Weg zum Anwalt. Das bleibt dann für dich kostenfrei, wenn tatsächlich eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, denn die Kosten muß dann der Beklagte übernehmen. Auf jeden Fall würde ich ein Erstgespräch mit einem Anwalt suchen, denn auch dieses ist in den meisten Fällen für dich kostenlos.

Wenn deine Bilder oft geklaut werden, kann der stete Weg zum Anwalt auch sehr mühsam werden. Dafür gibt es z.B. ein Inkassounternehmen, welches alles für dich übernimmt. Bei „Copytrack“ lädst du deine Bilder einfach hoch und das Unternehmen übernimmt dann die Suche nach gestohlenen Bildern und berechnet beim „fündig werden“ entsprechende Lizenzgebühren. Sollte der Delinquent nicht zahlen, klagt Copytrack für dich- fast weltweit. Bis hierhin zahlst du auch keine Gebühren. Sollten aber Lizenzgebühren gezahlt werden, so behält Copytrack ca. 40-50% der Gebühren ein.


Schutzmöglichkeiten

Technisch gesehen lässt sich ein Bilderklau fast nicht verhindern. Du kannst es den Dieben aber etwas erschweren, in dem du z.B. einen Copyrighthinweis, ein Logo oder deine Unterschrift sichtbar mit in das Bild einbaust. Dazu brauchst du nur ein Bildbearbeitungsprogramm. Ich selbst nutze dann (wenn überhaupt) meinen Namenszug.

Wenn du die Möglichkeit hast, kannst du entsprechende Urheberhinweise auch in die Metadaten der Bilddatei mit einbauen. Das passiert oft schon beim Fotografieren oder nachträglich in einem Bildverwaltungsprogramm (z.B. in Lightroom).

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