wie versprochen kommt hier der zweite Teil zum Thema „Bildgestaltung“ für dich: 👏

6. Muster und Wiederholungen 

Wir sind umgeben von Mustern – die Blümchentischdecke bei der Großmutter, der alte Teppich auf dem Dachboden oder die modernen Mosaikfliesen im frisch renovierten Bad. Suche einfach in deiner unmittelbaren Umgebung nach Mustern, die du dort nicht erwartest.

7. Ein starker Kontrast

Kontraste sind die Seele der Fotografie: Formenkonkrast (eckig und rund), Größenkontrast, Schärfekontrast, Helligkeitskontrast und Farbkontrast.. die Welt der Kontraste ist vielfältig ! Dabei gehört der Farbkontrast meist zu unseren Lieblingskontrasten.Schon Andreas Tenzer (er schrieb verschiedene Lebensweisheiten auf) sagte: Am dunklen Himmel leuchtet das Licht am hellsten..

Kontrast ist DAS Gestaltungsmittel der Fotgrafie.Denn überlege einmal: Wann zieht ein Foto die Aufmerksamkeit des Betrachters an? Wir reagieren auf starke Kontraste und Linien sowie auf die Grenzen von Flächen. Die Suche nach Kontrasten beim Fotoausflug schult das Auge für Motive und liefert Bilder, die sich sehr gut zu einem Kalender oder einem Fotobuch zusammenstellen lassen. Doch was gibt es eigentlich für Kontraste (du kannst die Liste gerne für dich noch ergänzen):

1. FormenkontrastVersuche doch einmal verschiedene Elemente gleichzeitig in dein Bild zu bekommen (z.B. rund und eckig)

2. SchärfekontrastSpiele gezielt mit der Schärfe im Bild.. lege den Schärfepunkt auf dein Hauptmotiv und lass alles andere (mehr oder weniger) in Unschärfe verlaufen

3. FarbkontrastFarben liefern immer einen Kontrast, vor allem, wenn sie hoch gesättigt sind. Auch kalte und warme Farben bieten immer einen schönen Kontrast im Bild

4. Helligkeitskontrast Spiele mit hellen und dunklen Flächen in einem Bild. Hier Bietes sich immer das Spiel mit Licht und Schatten an.

5. Größenkontrast
Bilde doch kleine und große Gegenstände gemeinsam auf einem Bild ab. Ein Berg wirkt viel gewaltiger, wenn man eine kleine Person im Vordergrund abbildet, welche den Größenunterschied deutlich macht.Oder du machst es umgekehrt: Du stellst kleine Dinge groß, oder große Dinge klein dar (übrigens ist das Beispielfoto KEINE Fotomontage, sondern wurde so aufgenommen):

8. Vordergrund macht Bild gesund

Als Motto verhilft der einfache Spruch Vordergrund macht Bild gesund auch in alltäglichen Umgebungen zu interessanten Motiven. Bei der Landschafts- und Architekturfotos lohnt sich die Suche nach dem Vordergrund immer. Auch der Gang um das Motiv herum eröffnet oft überraschende Ansichten. Vor dem Motiv stehen bleiben und einfach nur „rein“zoomen ist keine Bildgestaltung!

Vordergrund und Hintergrund geben dem Bild eine Tiefe und bauen einen Raum auf. Du darfst nicht vergessen, dass wir die Welt nicht so ablichten können, wie wir sie sehen: Wir sehen die Welt dreidimensional, das Foto ist zweidimensional und flach, wenn du ihm nicht auf die Sprünge hilfst.
Das Konzept von Vordergrund und Hintergrund holt den Raum und die Tiefe ins Bild. Für uns gehören die Suche und das Herausstellen eines Vordergrunds zu den wichtigsten Mitteln der Bildgestaltung.

9. Die Mutter aller Regeln: Der goldene Schnitt

Harmonische Asymmetrien gehören seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Kompositionsregeln: Schon in der Antike arbeitete man mit dem Goldenen Schnitt. Er begegnet uns darüber immer wieder in der Natur, in der Architektur und in vielen weiteren Bereichen des täglichen Lebens.

Der Goldene Schnitt hilft uns, Harmonie in gewollte Asymmetrie zu bringen. Wenn wir beispielsweise unser Hauptmotiv nicht mittig platzieren wollen, sollten wir zumindest dafür sorgen, dass es sich dennoch harmonisch zum Rest des Bildes anordnet. Diese Aufteilung nach dem „goldenen Schnitt“ bzw. der „Drittelregel“ empfinden wir völlig unbewusst aufgrund der sich wiederholenden Proportionen als harmonisch. Praktisch teilt man ein Bild, in dem man ein Foto mit 2 senkrechten und 2 wagerechten Linien in 9 bleichgroße Felder teilt (siehe Beispiel). Das Hauptmotiv sollte dann möglichst auf einem der sich 4 ergebenden Schnittpunkte liegen (wie hier das linke Auge der Person auf der rechten Seite).

Da die meisten (modernen) Kameras bereits im Sucher mit einem „Raster“ ausgestattet sind, sollte die Auswahl des Bildausschnitts kein Problem darstellen.


10. Brich die Regeln

Zunächst hört sich der Satz „die Regel brechen“ leicht an. Doch wenn du eine Regel brechen möchtest, solltest du diese zunächst beherrschen. Kommt dann noch etwas Mut und Selbstvertrauen hinzu, so können großartige Bilder entstehen, denn es bringt den Betrachter dazu, für mehr als einen flüchtigen Moment auf deinem Foto zu verharren. Und das ist das Ziel. Wenn du diese Fähigkeit bewußt einsetzt, so kannst du mit der Zeit deine eigene Handschrift in der Fotografie entwickeln. und das wäre fantastisch!

Aber wenn du schon die Regeln brichst: dann nicht kleckern, sondern klotzen, bis das Foto aus dem Rahmen fällt. Fotografiere nicht das millionste gekippte Foto vom Kölner Dom, sondern stell dich direkt unter einen Turm…

Den ersten Teil mit den Regeln 6-10 findest du HIER!